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Remixer #27 Matthijs Vlot: „Copyright sollte ans Internetzeitalter angepasst werden“

Matthijis Vlot

Matthijs Vlot

In der Serie “Remixer/in” geht es um Menschen und ihre Erfahrungen und Einstellungen zum Thema Remix und Remix-Kultur. Dieses Mal: Matthijs Vlot.

Matthijs Vlot produziert Kurzfilme. Er besitzt keine Kamera, aber er hat einen DVD-Ripper und eine Internetverbindung. Unter seinen jüngsten Arbeiten findet sich der „Rip-Hoff pt.1“ (vgl. Vimeo-Embed).

Was macht für Dich einen guten Remix aus?

Eine neue Perspektive, die funktioniert. Keine Abkürzungen. Es kann alles sein, so lange man den richtigen Ton trifft.

Auf welche Weise verwendest Du selbst Werke Dritter?

Ich versuche in die DNA meiner Quellen einzudringen und wenn ich Glück habe dabei vielleicht etwas von der Essenz zu klonen.

Hast Du schon einmal aus nur aus rechtlichen Gründen ein Sample oder ähnliches nicht verwendet und warum?

Nicht unmittelbar – jedoch hatte ich einige Projekte im Bereich Werbung laufen, die letztlich deswegen nichts geworden sind.

Wurdest Du schon einmal abgemahnt oder hattest rechtliche Probleme wegen Deiner künstlerischen Tätigkeit? 

Nein, ich vermute es ist Fair Use, wenn ich es einfach online stelle. Aber ich weiß zum Beispiel nicht, ob ich jemals eine kommerzielle DVD mit meinen Arbeiten werde veröffentlichen können.

Was hältst Du von der Idee, ein vergütetes Recht auf Remix einzuführen?

Das klingt wie eine frische Idee. Ich glaube Urheber- und Patentrecht sollten an das Internetzeitalter angepasst werden. Was mir bei Sampling und Remix so gut gefällt ist der Umstand, dass es so nahe an den Grundlagen von Kreativität ist. Alle Ideen bauen auf anderen Ideen auf, weshalb meiner Meinung nach alle kreativen Werke als eine Art Mashup angesehen werden können. Aus dieser Perspektive ist das heutige Urheber- und Patentrecht sehr unfruchtbar für die kulturelle Entwicklung.

Zum Abschluss, was ist Dein persönlicher Lieblingsremix? 

James Brown ist, klarerweise, der Pate des Soul, aber er ist auch einer der am meisten gesampelten Künstler aller Zeiten. Seine Vision hatte eine enorme Auswirkung auf die Popkultur und sein Geist lebt fort in unserer kulturellen DNA. Ich hoffe, dass ich eines Tages seinen Code knacken werde, mir selbst einen Quantencomputer kaufen und seinen funky Soul werde knacken können. Der folgende Remix aus 1988 von seinem Song aus 1973 hat die Tanzböden total aufgemischt.

Oder man hört sich beide Versionen bei whosampled.com an.



Leonhard Dobusch in Interview
1 Kommentar
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Kommentare

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1 Kommentar

    Tom

    Schönes Interview. Aber ich glaube, es gibt einen Fehler in der Übersetzung: „Aus dieser Perspektive ist das heutige Urheber- und Patentrecht NICHT sehr unfruchtbar für die kulturelle Entwicklung.“ Das NICHT taucht im englischen Originaltext nicht auf.